Der Lead User, Lebenselixier aller Innovation

Vorgestern durfte ich im Rahmen eines Workshops Frank Piller, Inhaber des Lehrstuhls für Technologie- und Innovationsmanagement an der RWTH Aachen, zuhören. Im Gegensatz zu seinen Studenten durften wir gleichzeitig auch essen: Wundersam aufgetürmte Gebirgszüge aus würzigem Wurstaufschnitt, gesäumt von milchig duftenden Wäldern aus Käse, dazu frische Mostflüsse und bissigen Kren ? schlimm schön war?s!

Trotzdem erwies sich die geistige Nahrung als nachhaltiger. Was waren die Thesen Frank Pillers? Hier diejenigen, an die ich mich noch besser erinnern kann:
  • Kreativität fördern anstatt selbst kreativ sein
  • Die User unterstützen, selbst Wert zu erzeugen!
  • Infrastrukturen bereit stellen, die Do-it-yourself (DIY) ermöglichen
  • Problemstellungen veröffentlichen ? nicht kreative Talente suchen
  • 80 Prozent aller Innovationen stammen von autonomen Lead Usern

Wer bitte sind Lead User? Diejenigen, die ganz am Beginn eines Trends oder einer Entwicklung stehen. Sie haben ein bestimmtes Bedürfnis und tüfteln und basteln an einer Lösung für sich selbst und ihren Freundeskreis. Sie sind getrieben von dem Wunsch, eine geeignete Lösung zu ihrer Problemstellung zu finden und besitzen daher in vielen Fällen einen Expertenstatus auf ihrem Gebiet. In der Regel nehmen sie Teil an einer Community (im Internet), die Wissensaustausch und wechselseitige Unterstützung bietet.

Camelbak Rocket

Eine etwas weiträumiger angelegte Definition besagt, dass Lead User eine kleine Gruppe von Unternehmen sind, die neue Produkte kaufen und nutzen, weil sie sich davon bestimmte Vorteile erhoffen. Sie nutzen das Produkt für sich selbst sehr viel früher als andere, die diesen Bedarf erst später erkennen.

In Befragungen über Produkte und Services, die es noch nicht gibt, können herkömmliche Kunden kaum sagen, was sie künftig wollen. Daher versucht die Industrie, Lead User in die Produktentwicklung einzubeziehen und führt gemeinsame Workshops durch (Lead User Methode).

Einfaches Beispiel: In den USA ersann ein Marathonläufer eine Vorrichtung, um während des Laufs trinken zu können ohne eine Flasche in die Hand nehmen zu müssen. Er errechnete sich daraus einen Zeitvorteil. Er band sich einen Erste Hilfe-Infusionsbeutel um den Oberkörper und ?verlegte? den Schlauch direkt zu seinem Mund. Viel später erst optimierte ein Geschäftsmann die Methode, als er wiederholt die mit Infusionsbeuteln verklebten Jogger beobachtete. Heute haben viele Rucksackhersteller diese Idee serienreif gemacht, insbesondere für Mountainbiker, die ihre Hände nicht von der Lenkstange nehmen sollten (Camelbak, Hydrapak, Vaude, Deuter, North Face, Dakine u.a.) Der Suchbegriff dazu heißt Trinkrucksack.

(^g*)


Sie können diesen Beitrag kommentieren!








JCaptcha - Sie mmüssen dieses Bild lesen können, um das Formular abschicken zu können
Wort unleserlich?

Die Kommentare der User und Userinnen geben nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wieder. Die User und Userinnen haften für sämtliche von ihnen veröffentlichten Beiträge selbst. Sie können dafür auch gerichtlich zur Verantwortung gezogen werden. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Kommentare mit rechtswidrigen, beleidigenden, rassistischen und moralisch bedenklichen Inhalten sowie Beiträge, die dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu löschen.

 



User Status


Zufallsbild

Aktuelle Kommentare

Einige interessante...
Einige interessante Themen zu Innovation 2.0 sind...
Alexander Stocker (anonym) - Mo, 23. Aug, 15:33
36% kommt mir auch s...
36% kommt mir auch sehr hoch vor. Da würde mich in...
Alexander Stocker (anonym) - Di, 17. Aug, 14:30
You should definitel...
You should definitely use the rss blog submission...
ElmaDuncan26 (anonym) - Mo, 9. Aug, 11:46
I am affected becaus...
I am affected because of the good enough stuff con...
PIERCEMaryellen (anonym) - Do, 29. Jul, 21:28
That?s manifestly th...
That?s manifestly that essay writing services coul...
MaeMCCORMICK (anonym) - Mo, 12. Jul, 14:54