Ein intuitiver Kopf

"Ein intuitiver Kopf ist ein heiliges Geschenk,
und der rationale Verstand ist ein treuer Diener.
Wir haben eine Gesellschaft gebildet, die den Diener ehrt
und das Geschenk vergessen hat."

Können Sie dem zustimmen? Oder halten Sie die Ratio höher als die Intuition? Jedenfalls werden keinem Geringeren als Albert Einstein diese Worte zugeschrieben.

Gefunden habe ich dieses Zitat auf anecdote, dem prall gefüllten Blog einer australischen Consulting-Gruppe, die wundervoll erzählerisch schreiben und Story Telling als eines der bedeutendsten Wege, Wissen zu vermitteln ansehen. -- Nun kriegen wir ja, mitunter auch aus dem Rathaus, "G'schichterln 'druckt" - aber deswegen heißt es ja auch Story Telling und nicht Printing ... dies nur zur feinsinnigen Beachtung.

"Innovation ist, wenn man's trotzdem macht."

Eine prägnante Wahrheit aus der mutigen Praxis. Die habe ich mir entlehnt aus dem Hefterl 17/07, "Sonne. Busen. Hammer", herausgegeben von monochrom, einem fürchterlich! unaufgeräumten Kunst-Technologie-Philosophie-Kollektiv mit Sitz im Wiener Museumsquartier, das sich u.a. mit neuartigen Mindmachines befasst. Wer nicht irritiert werden will und was zu arbeiten oder ein Bier hat, der möge monochrom tunlichst meiden! 

Jedenfalls wird im besagten Hefterl Innovation als "ein Schritt vom Haus in die Hauslosigkeit" beschrieben, ein Schritt in oftmals nebulos trügerisches Gelände ohne Geländer. Hier gilt es nun, die bajuvarische Weisheit Karl Valentins mit Bedacht zu meditieren:

"Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen."

[ ~_ ~ ]

 

ritchie (anonym) Do, 17. Jan, 15:23

schöner beitrag! und was das intuitive denken betrifft, bin ich ganz captain alberts meinung :-)

belanglos (anonym) Do, 31. Jan, 06:12

@ritschie
vorausgesetzt man kann erst mal rational denken
die meisten lehnen rationalität aus "intuition" ab und wissen nicht einmal was rational denken ist- und das ist, rein intuitiv, traurig.

ritchie (anonym) Do, 31. Jan, 09:41

Also für mich ist das, was man in eu gemeinhin unter "rationalem Denken" versteht, ein ganz spezifisches Produkt "westlicher" Denktradition, das viele zu einer Kategorienverwexlung verleitet: Rationalismus ist kein Erklärungsmodell, sondern ein (nicht selten recht ungeeignetes) Werkzeug.

Werner Buhre Fr, 1. Feb, 12:22

Ich bin ja kein geschulter Philosoph. Aber ohne Rationalismus bzw. Logik (seit den griechischen Herren bis heute) würden wir wohl in einem Sumpf aus Offenbarungen irgendwelcher Propheten waten. Aber sicher: Als einziges Erkenntnisinstrument wäre Rationalismus wohl beschränkt. Intuition, Inspiration muss sein. Doch ganz ohne Ratio läuft in meinen Augen gar nix.

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