Kann Technik dem Gesundheitswesen auf die Sprünge helfen?

E-Health :: Es scheint, als hätte sich das österreichische Gesundheitswesen selbst eine kleine Erkältung eingefangen. Der Virus: steigende Kosten und die soziogeographische Überalterung unserer Gesellschaft. Begriffe wie Pflegekollaps oder Zweiklassenmedizin stehen im Raum.

Wie diese wichtigen Herausforderungen im Gesundheitssystem heute und in Zukunft zu meistern sind, stand im Mittelpunkt der e-Health Enquete, die in der vergangenen Woche bei uns im Haus Telekom Austria veranstaltet wurde. Im Mittelpunkt: Das Potenzial von IKT im Gesundheitswesen. Und das ist immens, wie auch Dr. Gottfried Dietzel, Key Noter und ?e-Health-Papst? aus Deutschland, betonte: Rund 20 bis 40 Prozent der Leistungen im Gesundheitswesen betreffen Datenerfassungs- und Kommunikationsdienste. Würden diese heute mit Hilfe der IKT doppelt so effizient wie heute gestaltet, bedeutet dies eine Einsparung von 35 Milliarden Euro in Deutschland. Und das ist nur die generelle Sichtweise. Einzelne Projekte wie das e-Rezept würden noch weitere Millionen-Einsparungen bringen.

Die nackten Zahlen sind jedoch nur die eine Seite der Medaille. e-Health-Lösungen ? so der einhellige Tenor auf der Veranstaltung - können nur erfolgreich sein, wenn der Einsatz von Technologie auf die Bedürfnisse und Wünsche der Patienten eingeht. Hierzu hat eine aktuelle market-Studie überraschende Ergebnisse zu Tage gefördert: 

Verblüffende Studie 

Fast 80 Prozent aller Österreicherinnen und Österreicher zwischen 50 und 70 Jahren sind überzeugt, dass Informationstechnologien die Lebensqualität im Alter erhöhen. Eigenständig leben zu können, ohne jemandem zur Last zu fallen, 85 Prozent der Befragten beim Leben bis ins hohe Alter sehr wichtig. 70 Prozent würden dabei gerne auf technische Hilfsmittel zurückgreifen, um so lange wie möglich zu Hause bleiben zu können. Ganz oben auf der Wunschliste steht dabei die Möglichkeit, durch einfaches Drücken eines Knopfes den Notruf zu wählen oder Kontakt mit dem Hausarzt aufzunehmen.

Privatpatienten.

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Zusammengefasst: Gerade bei jener Generation, die in naher Zukunft medizinische Leistungen und Pflegeleistungen in Anspruch nehmen könnte, gibt es wenig Berührungsängste der Technologie gegenüber. Wie dies in der Praxis umgesetzt aussehen kann, zeigte die Ausstellung zur Enquete. Das FutureHome im Foyer wurde dazu in eine moderne Arztpraxis verwandelt, ein Rot-Kreuz-Einsatzfahrzeug präsentierte die Möglichkeiten eines effizienten Echtzeit-Datenaustausches und ein nachgebautes Krankenzimmer zeigte die Potenziale von IKT im Spital auf.

Heißer hingegen wurde auf der Enquete das Thema Datenschutz diskutiert ? insbesondere in den Workshops und im Rahmen des Themas ELGA, dem Elektronischen Gesundheitsakt. Während die eine Seite vom ?Gläsernen Patient? sprach, betonte die andere die klaren gesetzlichen, datenschutzrechtlichen Vorschriften, an die sich jede technologische Entwicklung halte. Ein weiterer wichtiger Punkt: Geschwindigkeit. Insbesondere Dr. Clemens Martin Auer, im Gesundheitsministerium für das Projekt ELGA verantwortlich, betonte, dass es gerade jetzt gelte, rasch zu handeln, ELGA aktiv weiterzutreiben und so schnell als möglich einzuführen. Jede Verzögerung schmälert die Chance, die Potenziale von IKT im Gesundheitswesen optimal zu nutzen. Wie bei einer Erkältung: Je länger man wartet, desto länger wird man brauchen, wieder gesund zu sein. Und das gilt für uns genauso wie für das Gesundheitswesen.

(*v*)


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