18. Handelskolloquium, 12.4., Wien

Zum 18. Mal fand am 12. April die Leitveranstaltung der Branche statt. Die Bandbreite der Vorträge reichte von den NeuroEconomics über Marktforschungsergebnisse und Pricing-Strategien bis hin zu werblichen Themen.

Bei Lieblingsmarken wird das Gehirn aktiv. Bei allen anderen nicht.

Mittels neuronaler Untersuchungen wird die Gehirnaktivität in Bezug auf bestimmte Marken gemessen und visualisiert. Das ganze geschieht derzeit in Münster in einem der größten Computertompographen der Welt.

Das Erstaunliche: Frauen und Männer reagieren gleichermaßen mit Aktivitäten auf ihre eine Lieblingsmarke. Bei allen anderen Marken hingegen reagiert das Gehirn nicht.

Was heißt das? Nur die Nr. 1 gewinnt (im Gehirn!). Ist die Nr. 1 im Geschäft nicht erhältlich führt das zu Entscheidungsstress fürs Gehirn. Erst dann entscheidet man sich ggf. für die subjektiv zweitbeste Lösung. D.h. auch Relevant Sets sind obsolet, Marken aktivieren oder deaktivieren unser Hirn, und Werbung muß belohnen. Denn alles, was belohnt, befriedigt und entstresst das Gehirn; sogar im Prinzip der unbewußte Griff zu einer Lieblingsmarke.

Glücklicherweise kann man nur in den Kopf schauen, aber keine Gedanken lesen. Umfragen und andere Marktforschungsinstrumente werden uns auch noch lange Zeit erhalten bleiben.

Waschmaschinen mit Tabsystem à la Nespresso: das Ende des Preisverfalls

Sehr gut aufbereitete Informationen zu Pricing-Strategien hat A.T. Kearney geboten: Werteerosion vs. Kreativität. Denn, der Hauptentscheidungstreiber beim Kaufen ist und bleibt der Preis (außer beim iPod, Nespresso, Red Bull etc.) Natürlich blieb das strategische Stellwerk geheim.

Aber ein interessantes Beispiel wurde dennoch genannt: was wäre, wenn man das Nespresso-Konzept auf Waschmaschinen anwenden würde? Rote, blaue, grüne Tabs je nach Wäsche ...

 

Reinigungsmittel sind erfolgreichste Innovationen im Handel

Die Kurzvorstellung des Leistungsportfolios der GfK war generell interessant, v.a. ihre Zielgruppeneinteilung im Handel in Trendsetter, Mainstreamer und Laggards beim Kaufberhalten. Dabei geben Trendsetter offenbar ~ 20% mehr Geld für Produkte, und vor allem neue aus, als der Durchschnitt. Das ist DIE Retail-Zielgruppe.

Produktinnovationen: Insgesamt schafft es nur etwa 1/4 aller Innovationen am Markt, Fuß zu fassen. Und davon sind es im Handel meistens Reinigungsmittel: der Wiener Kalk von morgen heißt Cilit Bang!

Frauen mögen Werbung - und diese vor allem im Prospekt

Eine Online-Handelsstudie der marktagent.com hat ergeben: Frauen stehen Werbung positiver gegenüber als Männer. Der Unterhaltungswert von Werbung sinkt subjektiv mit dem Alter, und das Prospekt hat eine sehr hohe Akzeptanz; in Deutschland vor allem als Zeitungsbeilage.

Noch findet man Digital Signage in solchen Umfragen nicht. Die Ergebnisse werden aber spannend werden.

Ein Rat vom Werber: Gschicht'n erzählen - "das will DIE Kunde"

Ein Dankeschön an Herrn Demner für den sehr unterhaltsamen Beitrag zum Thema Werbung.

Werbung muss doch vor allem eines sein: anders.

Nichts Neues, dafür aber sympathisch rüber gebracht. Außerdem sollte Werbung: Geschichten erzählen, Sicherheit geben, mutig sein, Identifikation bieten, Träume schaffen, überraschen, Werte transportieren und natürlich, einen gewissen Schmäh haben, den DIE Kunde will und versteht.


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