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Peter Gloor taucht in den Schwarm ein

Am 1. Februar hat schon Oliver einiges zu Coolhunting und Peter Gloor gepostet, und weil unsere Blog Software mal kurz eigenwillig und unverhofft kreativ hat war, können wir erst heute den Podcast dazu on air stellen.

 

Peter+Gloor
Peter A. Gloor, Ph.D. Research Scientist
MIT, Center for Collective Intelligence (CCI)
'
Die Fragen stellten Oliver und ich.
Peter Gloor stellt sich zu Beginn kurz selbst vor:
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Podcast =>

'

Kleine Thesenliste gewünscht? Nicht vollständig:

  • "Wir brauchen eine neue Art von Intelligenz - wir brauchen nicht nur Fachkompetenz oder IQ oder Emotionale Intelligenz oder die Fähigkeit auf den anderen einzugehen, sondern wir brauchen Kollektive Intelligenz." Dazu gibt es nun einen eigenen Forschungsbereich.
  • Schwärme haben sehr wohl Hierarchien! Schwärme sind nicht durch egalitäre Umgangsformen gekennzeichnet. Schwärme sind Meritokratien!
  • Die moderne Formel für Erfolg im Business: "Immerse yourself in the Swarm. "Altruism" sells the Brand".

( ~ g ~ )


Coolhunting - wie man die Zukunft voraussagt

... und auch wissenschaftlich belegt. Das haben wir kürzlich von Peter Gloor, Research Scientist am renommierten MIT, erfahren. Zum Vortrag eingeladen hatte Bettina Hainschink im Rahmen des CON.ECT Trendtalks.

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"Coolhunting" bezeichnet das professionelle Aufspüren, Identifizieren und Kommerzialisieren von kommenden Trends, vor allem Lifestyle-Trends," so das deutschsprachige Wikipedia. Der Fachterminus für Coolhunting ist "Soziale Netzwerk-Analyse." Die untersuchten Netzwerke werden auch Collaborative Innovation Networks genannt, kurz COINs.

"COINs, weil man in Amerika
lieber von Geld spricht als von Sünden."
(SINs = Social Innovation Networks)
Anders ausgedrückt: Man interpretiert Aktionen und Handlungen, die auf Schwarmintelligenz beruhen. Auf Basis einer ausgetüftelten Software werden sich wiederholende Muster erkannt und analysiert. Solche Datenerhebungen funktionieren besonders gut im Internet, denn

"Schwärme machen Sachen nicht fürs Geld
sondern weil sie überzeugt sind."

So zeigt das persönliche Netzwerk von Personen einerseits: Viele andere im Netzwerk = hoher Vernetzungsgrad. Und andererseits die "Betweenness", wie stark jemand zwischen (hoffentlich hochgradig) vernetzten Personen steht. Also, wer gut vernetzt ist, muss noch lange keine herausragende Bedeutung fürs Netzwerk haben.

Die Entwicklung von Aktienkursen voraussagen

Die Ergebnisse von Gloors Untersuchungen sind erstaunlich. So lassen sich bspw. kurz vor den Oskarnominierungen die Preisträger bereits ziemlich genau voraussagen, wie auch der "Run for Presidency" in den USA (unvorhersagbare Auftritte der Kandidaten einmal ausgenommen) oder sogar die Entwicklung von Aktienkursen. Diese Entdeckung hat Gloor gleich in ein Start-Up gegossen.

Vernetzte, offene und interaktive Unternehmen und Teams sind erfolgreicher

Weiters haben Gloors Studien gezeigt: Wer stark vernetzt ist, viel interagiert und andere teilhaben lässt, also sein Wissen wirklich teilt, ist erfolgreicher als andere. Das gilt für Unternehmen (man hat den Erfolg von Firmen prognostizieren können) gleichermaßen wie für Projektteams. Je kreativer und offener das Team, desto größer die Diskussion und desto erfolgreicher ist es.

Das spricht für den "Web 2.0-Gedanken", für Offenheit, Transparenz, Dialog und Interaktion. Hier werden wir noch viel lernen dürfen, um intelligent ein Teil des Schwarms zu sein.

Ein Podcast mit Peter Gloor wird hier auf der Denkbloggade in den nächsten Tagen online gestellt!


Wie überzeugen? Wie Neues einführen?

Ich bin geehrt, diesen wuchtigen Verstand, diesen weiten Horizont befragt haben zu dürfen. Diesen Innovationsaktivisten. Diese altersweise Humanbibliothek. Ja, diesen Schrank aus glasklarem Universalwissen. Gemeint ist Helmut Karner, den ich schon einmal in der Denkbloggade vorstellen durfte.

Helmut Karner war in seinen mittleren Jahren u.a. CEO von Austro Olivetti und auch General Manager von dem, was heute Nortel Networks ist. Ein Multikönner und Berater, der fundiert den gesellschaftlichen, den wirtschaftlichen und den Management-Entwicklungen nachspürt. Siehe NUTs und Föhrenbergkreis ...

Prof.+Helmut+Karner+copyright+Werner+Buhre
Prof. Helmut F. Karner


Karners Thesen zu Veränderung

  • Nicht Vervielfältigung in Medien (Multiplikatoren) erzeugt eine Veränderung in der Gesellschaft, sondern Communities (Friendly Actors)
  • Werbung wurde durch (echte bidirektionale) Öffentliche Beziehungen (PR) abgelöst
  • Überzeugung gelingt nicht über die linke Gehirnhälfte (Logik), sondern über Bildhaftigkeit und Story Telling
  • Schwarmintelligenz kommt durch zugelassene und geförderte Selbstorganisation zum fliegen.

Kommunikationsberater meinen, fünfzehn Minuten darf ein Podcast MAXIMAL dauern, sonst gehen die Zuhörer verloren. Ich bezweifle das: Nach wohl fünf Minuten sind die meisten weg. Naja, trotzdem habe ich's nicht übers Herz gebracht, Helmut Karner "ins Wort zu fahren" und wesentlich zu kürzen. Siebzehn Minuten Podcast habe ich hier - die sich lohnen. Bitte zurücklehnen:

Podcast => 

Übrigens erwähnt Karner in seinem Interview nicht nur Boris Nemsic und Don Tapscott, sondern auch  Peter Gloor, einen Schweizer, der für MIT tätig ist. Gloor hat über Schwarmintelligenz in Kombination mit neuen Organisationsformen gearbeitet. Er spricht von "Coins" (Collaborative Innovation Networks) und kommt als Vortragender am 31. Januar '08 in die Österreichische Kontrollbank (Veranstalter: future-network).

( ~ > ~ )


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