... und auch wissenschaftlich belegt. Das haben wir kürzlich von Peter Gloor, Research Scientist am renommierten MIT, erfahren. Zum Vortrag eingeladen hatte Bettina Hainschink im Rahmen des CON.ECT Trendtalks.
"Coolhunting" bezeichnet das professionelle Aufspüren, Identifizieren und Kommerzialisieren von kommenden Trends, vor allem Lifestyle-Trends," so das deutschsprachige Wikipedia. Der Fachterminus für Coolhunting ist "Soziale Netzwerk-Analyse." Die untersuchten Netzwerke werden auch Collaborative Innovation Networks genannt, kurz COINs.
"COINs, weil man in Amerika
lieber von Geld spricht als von Sünden."
(SINs = Social Innovation Networks)
'
Anders ausgedrückt: Man interpretiert Aktionen und Handlungen, die auf
Schwarmintelligenz beruhen. Auf Basis einer ausgetüftelten Software werden sich wiederholende Muster erkannt und analysiert. Solche Datenerhebungen funktionieren besonders gut im Internet, denn
"Schwärme machen Sachen nicht fürs Geld
sondern weil sie überzeugt sind."
So zeigt das persönliche Netzwerk von Personen einerseits: Viele andere im Netzwerk = hoher Vernetzungsgrad. Und andererseits die "Betweenness", wie stark jemand zwischen (hoffentlich hochgradig) vernetzten Personen steht. Also, wer gut vernetzt ist, muss noch lange keine herausragende Bedeutung fürs Netzwerk haben.
Die Entwicklung von Aktienkursen voraussagen
Die Ergebnisse von Gloors Untersuchungen sind erstaunlich. So lassen sich bspw. kurz vor den Oskarnominierungen die Preisträger bereits ziemlich genau voraussagen, wie auch der "Run for Presidency" in den USA (unvorhersagbare Auftritte der Kandidaten einmal ausgenommen) oder sogar die Entwicklung von Aktienkursen. Diese Entdeckung hat Gloor gleich in ein Start-Up gegossen.
Vernetzte, offene und interaktive Unternehmen und Teams sind erfolgreicher
Weiters haben Gloors Studien gezeigt: Wer stark vernetzt ist, viel interagiert und andere teilhaben lässt, also sein Wissen wirklich teilt, ist erfolgreicher als andere. Das gilt für Unternehmen (man hat den Erfolg von Firmen prognostizieren können) gleichermaßen wie für Projektteams. Je kreativer und offener das Team, desto größer die Diskussion und desto erfolgreicher ist es.
Das spricht für den "Web 2.0-Gedanken", für Offenheit, Transparenz, Dialog und Interaktion. Hier werden wir noch viel lernen dürfen, um intelligent ein Teil des Schwarms zu sein.
Ein Podcast mit Peter Gloor wird hier auf der Denkbloggade in den nächsten Tagen online gestellt!