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Ergebnisse :: Studie zu unternehmensinternen Wikis in A

Kürzlich haben wir eine Online Erhebung durchgeführt, mit dem Ziel, die Anreize und Motivationsfaktoren zur Zusammenarbeit im Rahmen von unternehmensintern eingesetzten Wikis in Österreich zu ermitteln.

Die Ergebnisse, zusammengefasst

Damit ein Wiki innerhalb eines Unternehmens floriert, ist nicht nur die Unternehmenskultur des Teilens von Wissen ein Aspekt, der motivierend wirkt, sondern auch die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen sowie der Ansatz, den Mitarbeitern ausreichend Wachstumschancen (Karriere) einzuräumen.

Die Einstellung, Spezialwissen nicht nur zu versammeln, sondern auch anderen zugänglich zu machen, und damit auch die Erweiterung des eigenen Wissens (Feedback) sowie die Möglichkeit, anderen zu helfen, werden von den Führungskräften als am stärksten motivierend angesehen.

Spannend ist der Aspekt, daß kollegiale Beziehungswerte und immaterielle Aspekte als weitaus motivierender angesehen werden als materielle Anreize. Am untersten Ende rangieren die persönlichen Statuswerte. Nicht zusätzliche finanzielle Mittel, Titel, großes Büro oder dergleichen sind für die Partizipationsmotivation ausschlaggebend, sondern kulturelle Aspekte und individuelle Einstellungen von Mitarbeitern und Führungskräften. 

Will man also ein Wiki im Unternehmen erfolgreich vorantreiben, so ist die Vermittlung dieser Werte das Um und Auf. 

Sieht man sich die Motivationstypen im Detail an, so zeichnet sich ab, daß 36,7 Prozent durch den Faktor "Geldwerte Anreize" in ihrer Motivation erklärt werden, dieser Faktor allerdings nicht am höchsten motiviert. Am besten motiviert der Faktor "Wissen teilen und versammeln" mit seinen Items "Erweiterung des Wissens", "Spezialwissen an einem Ort", "aktuelle Infos ohne Freigabeprozesse online stellen", "Möglichkeit, anderen zu helfen" und "Steigerung der eigenen Leistung".

Details Details Details ...

65 Prozent der Befragten - das waren 179 Führungskräfte aus österreichischen KMUs und Großunternehmen - wußten, was ein Wiki ist und haben es bereits benutzt.

16 Prozent wußten nicht, was ein Wiki ist. 7 Prozent hatten schon "von Wikis gehört".

12 Prozent wußten, was ein Wiki ist, hatten es aber noch nicht benutzt.

36 Prozent der Unternehmen in Österreich verfügen über ein internes Wiki; 48 Prozent haben keines; und bei 16 Prozent ist die Einführung eines Wikis geplant.

Von jenen Studienteilnehmern, die ein Wiki im Unternehmen haben, sind 67 Prozent mit dem Wiki "zufrieden" bzw. "sehr zufrieden", nur 6 Prozent "kaum" oder "gar nicht zurieden". Die Beteiligung am firmeneigenene Wiki ist überdurchschnittlich gut: 74 Prozent!

Wenn Sie eine Summary der Studie erhalten möchten, so schreiben Sie mir bitte ein Mail:  werner.buhre -Klammeraffe- telekom.at.

(-_- )


Ein Wiki ist eine Steinsuppe.

Eine Sonne mit erbarmungslos glühenden Armen brachte die Mittagshitze in einer kleinen Stadt in Portugal zum brodeln. In flimmernden Wellen floh die Glut von den staubigen Straßen wieder himmelwärts. Sogar die Schmeißfliegen duckten sich in die schattigen Ritzen, die ein runzeliger Baum hergab, und rührten kein Bein.

Da schleppten sich drei hungrige Reisende heran. Außer ihren Hosen, die von lang vergangenen, besseren Tagen zeugten, und den löchrigen, verbogenen Strohhüten trugen sie nichts bei sich. - Doch: einer besaß einen Blechtopf. Leer. Verbeult. Trocken.

Der Hunger zerrte an ihren Rippen. Doch mit diesen Reisenden wollten die Kleinstädter ihre Essensvorräte nicht teilen. Da füllte am Dorfbrunnen einer der Reisenden den Topf mit Wasser. Warf einen großen Stein dazu hinein. Und kochte das Ganze mitten am Marktplatz auf.  

Da wurde, nach einer Weile, ein Bewohner doch neugierig.  "Was machst du da? Fremder."

"Steinsuppe."

Der Bewohner schlug die Stirn in Falten und zog die Mundwinkel steil nach unten.

"Sie schmeckt außergewöhnlich lecker", fuhr der Reisende fort. "Delikat! Obwohl. Diese hier bedarf ein klein wenig Garnierung, um das Aroma noch etwas zu verfeinern.

Der Bewohner dachte nach. Dann steuerte er doch etwas Garnierung bei. Streute es in den Topf, um das Wunder der Steinsuppe zu ergründen.

Jetzt trat ein weiterer Bewohner hinzu und inspizierte den Topf. Und wieder meinten die Reisenden, die Steinsuppe hätte ihr unvergleichliches, volles Potential noch nicht ganz erreicht. Da legte der Bewohner einige grüne Kräuter in die Suppe. Allmählich kamen noch weitere Bewohner hinzu und spendeten Salz, Tomaten, Zwiebel, Olivenöl, Paprika, Würstchen ...

Gegen Ende der großen Mittagshitze saßen schließlich alle beisammen, am Brunnen, auf dem Marktplatz, und genossen eine nahrhafte Suppe.

Portugiesische Tradition

Will man der portugiesischen Tradition folgen, so trug sich dies vor langer Zeit in der Nähe von Almeirim zu. Noch heute wird dort in vielen Restaurants "sopa de pedra" serviert.

(-.- )


Studie zu unternehmensintern eingesetzten Wikis in A

Schenken Sie uns acht Minuten Ihrer Zeit! Im Rahmen einer Projektarbeit an der Donau-Universität Krems führen mein Freund Stephan Schönlaub und ich eine Umfrage/Studie zu unternehmensintern eingesetzten Wikis durch.

Unterstützen Sie dieses Projekt (wir möchten gerne einen repräsentativen Sample von 200 erreichen ;-) und nehmen Sie auch an der Verlosung von 20 Flaschen GOLS 2004 aus dem Weingut Weiss-Taschner teil.

Die Ergebnisse der Studie werden den Teilnehmern auf Wunsch exklusiv zur Verfügung gestellt.

*
Die Findings der Studie werden bald hier im Blog veröffentlicht.
*

Die Umfrage wurde mit der Open Source Survey Software  Limesurvey erstellt.

Vielen Dank!

Hier noch zwei ältere Beiträge zu Wiki ...

 Wiki einführen. Wie wir es sehen.

(*;* )


Enterprise 2.0 in deutschen Unternehmen

"Enterprise 2.0" -- kaum hab ich's hingeschrieben, schon höre ich, wie man wieder ob dieser Begriffsschluderei nörgelt. Nur zu!! Ich mein' ja nur jene (raren österreichischen) 2.0-Unternehmen, die Wikis, RSS-Reader, externe Blogs, interne ProjektBlogs, Podcasts, Social Bookmarking, Empfehlungs- und Bewertungs-Tools oder Social Networks etc. nutzen.

Berlecon Research hat dazu im November 2007 eine Umfrage gemacht, die man sich hier nach überprüfter Registrierung downloaden kann. Befragt wurden 156 deutsche Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern aus wissensintensiven Wirtschaftszweigen.

Blasmuskfestival

Austrian Collaboration 1.0

Summary 

Derzeit werden in deutschen Unternehmen Wikis, Blogs oder Social Bookmarking weder abteilungsübergreifend noch unternehmensübergreifend eingesetzt. Obgleich etwa die Hälfte der Fachverantwortlichen die Relevanz von Web 2.0 für den Unternehmensalltag erkennt, ist der konkrete Nutzen für die Firmen immer noch unklar.

Treiber von Web 2.0 Tools sind einzelne, engagierte Mitarbeiter (denen oft die Unterstützung durch die IT verwehrt wird). Zum Beispiel: 21% aller Mitarbeiter nutzen RSS Reader, aber nur 5% abteilungsweit und 6% abteilungsübergreifend. Oder: 12% nutzen Social Bookmarking, nur 4% innerhalb der Abteilung und nur 2% unternehmensweit. Oder: 20% pflegen Social Networks, aber nur 3% in der ganzen Abteilung und 4% unternehmensweit. -- Soweit zu Deutschland.

Kennt jemand die analogen Zahlen zu Österreich? (Bitte nicht öffentlich posten, es könnte dem HighTech Image Österreichs schaden ;-)) Aber im Ernst: Wir bereiten gerade eine ähnliche Umfrage vor, sie sollte im Q2 online gehen.

( +_+ )


Wikis & Blogs gratis im Netz!

Diese Titelzeile erinnert mich an die "guten alten Zeiten", als marktschreierische  Werbung noch irgendwie funktionierte. Und dabei sind Gratisangebote bei Wikis und Blogs wirklich nix Neues!

Doch auf Netcipia finden sich an einem Ort sowohl Wiki- als auch Blog-Funktionalitäten gehostet im Netz, man muss nichts downloaden. Fünf bis zehn Minuten sollten Sie sich schon Zeit nehmen, aber länger braucht man nicht, um auf Netcipia seinen Wiki-Blog-Place einzurichten.

netcipia logo

Ein "Netcipia Place" kann in mehrere Räume geteilt werden mit jeweils anderem Inhalt und anderen Zugangsdaten und Rechtevergaben. Jeder Wiki-Blog-Place kann öffentlich oder auch nur privat zugänglich gemacht werden, und jede Menge User können eingeladen werden - der kostenlose Spass endet erst jenseits von zwei Gigabyte Datenvolumen. Dann greift man entweder zum Börsel oder eröffnet ... einen neuen Place. Denn auch diese dürfen unbegrenzt angelegt werden.

Die lieben Features
Was kann Netcipia? Es ist ein werbungsfreier Raum, dennoch können Google AdSense Schaltungen eingebettet werden, und die Umsätze daraus darf man für sich behalten. Der Editor funktioniert WYSIWYG, es gibt Verständigungsmöglichkeiten per E-Mail und per RSS Feeds (aber kein ATOM!), SPAM Schutz, eine Suche im Place, die Möglichkeit Attachments hochzuladen (Limit: 10 MB) und es können Tags vergeben werden. Dies sind nur die vielleicht wichtigsten Features - ach ja: auch ein Fotoalbum lässt sich anlegen - und wer es genau wissen will, kann Netcipia auf WikiMatrix.org mit zirka hundert anderen Wikis direkt vergleichen.

XWiki Logo

XWIKI
All diese schönen Features hat Netcipia von XWiki mehr oder weniger "geerbt", ein in Java entwickeltes Open Source Produkt. XWiki bezeichnet sich als ein Wiki der zweiten Generation, denn es kann nicht nur an den Inhalten zusammengearbeitet werden (wie bei einem Wiki der ersten Generation), sondern es können auch kleine Webapplikationen (APIs) eingebettet werden. Zum Beispiel:

  • Mashups. Hierbei kann alles Mögliche kombiniert werden, z.B. Google Maps mit Delicious oder mit Flickr oder mit Google Base oder mit Google Calendar ...
  • Kollaboratives Bearbeiten von Dokumenten zur gleichen Zeit
  • Form-basierte Anwendungen um Item-Sammlungen anlegen zu können
  • Abstimmungen oder Umfragen können durchgeführt werden, etc.

(^ , ^)


Web 2.0 und Demokratie

Wir wollen hier nicht auf gewisse Sonderfälle des Web 2.0 in einigen entfernt gelegen Staaten eingehen, in denen Blogserver gesperrt, deren Betreiber in Verwahrsam genommen werden (um im sprachlichen Schreibtischstil dieser Kreise zu bleiben) und Suchmaschinen kritisch-sensible Begriffe - wie z.B. "Petition" - als nicht vorhanden ausfiltern. Denn sozial-politische Web- und Blogserver einfach abschalten, das ist vergleichbar mit dem mittelalterlichen Verbrennen von Büchern und Schriften. Nein, wir sprechen hier vom Normalfall.

Erdscheibe

Blick über den Tellerrand

Wird die demokratische Entwicklung durch Web 2.0 Anwendungen, insbesondere durch Wikis, Newsforen und Blogs, gefördert? Ist es nicht so, dass im Web 2.0 jeder mit jedem kommunizieren kann? Und jeder kann nicht nur lesen, sondern auch selbst posten, publizieren, kommentieren? Entspricht das nicht faktisch einer Übernahme der Produktionsmittel durch die ehedem Besitzlosen? Wenn also jeder seine Stimme hörbar machen kann, ist das nicht das Schlaraffenland der Demokratie?

In engerem Sinne betrachtet: Nein.

Diese Ideen darf das Traummännlein ruhig wieder mitnehmen. Demokratie hat ja in der Praxis in erster Linie damit zu tun, dass die Menge im Rahmen von Wahlen Entscheidungen herbeiführen kann. Die Menge kann im Vertrauen auf ihre ins Parlament entsandten Delegierten die Geschicke des Landes mitbestimmen. Sie hat eine teilweise, nicht sehr weit reichende Möglichkeit, politische Tendenzen mittelfristig festzulegen. Die Menge delegiert die (im Prinzip unerquickliche) Arbeit der Staatsverwaltung an eben die Delegierten und unterzeichnet allenfalls noch einmal im Jahr eine Petition gegen krasse Fehlentwicklungen oder Missbräuche. Und wie wir dieser Tage vor Augen geführt bekommen, auch anhand von demokratisch legitimierten Streiks lassen sich bestimmte Entscheidungen herbeiführen.

Über Web 2.0 Applikationen kann nichts entschieden oder mitbestimmt werden. Sie entsenden auch keine Delegierten. Es kann nur besser kommuniziert werden. Hier könnte man anknüpfen und ins Treffen führen: Auch Bücher oder Telefone hätten unterstützend zu besseren Demokratieformen beigetragen. Im Sinne von "Entscheidungen treffen" sicher nicht, lediglich sind mehr Menschen besser ? eigentlich schneller ? informiert (bzw. desinformiert). Und insofern darf hier das Traummännlein sein Füßchen doch in der Türe stehen lassen: Wer besser informiert ist, der kann leichter demokratisch mitentscheiden.

Wie geht?s weiter

Im Jahr 2010 soll sich die weltweite Informationsmasse versechsfacht haben. Behauptet IDC, und macht sich Sorgen über die Kapazität von Speicherplatten ? Doch tatsächlich sind dann die Wissensmanager gefordert. Wie können wir aus all den Infofluten das herausfischen, was für uns ? für mich ? relevant ist? Darüber später, in einem neuen Posting.

(".>")


Was ist Wiki? - Eine Fünf-Sterne-Erklärung

Kürzlich begann an der Donau Universität Krems der Lehrgang für Wissensmanagement No 6.  Ich durfte (mit Unterstützung meiner lieben Firma) dabei sein, und sehr schön war's!! Wir sind in der Klasse nur 7 Leute - 2 Deutsche und 5 Austriaken -  alle mehr oder weniger aus verschiedenen Branchen, und nach der ersten Woche sieht es ganz so aus, als würden wir wie Pech & Schwefel zusammenhalten. Ja schön war's, sehr inspirierend, ein wahrer Informationsmarathon im Kopf, ausgezeichnete Vortragende mit ausgezeichneten Lehrinhalten. Viel diskutiert wurde ... viiiieeelll diskutiert!!

Buuuuhhh!!
 Gruppenkoordination per Mail ist megaout! Aber Wiki ist in.

Wikis in Plain English

Wikis in Plain English
und hier dasselbe Video mit deutschen Untertiteln.

Der Lehrgangsteilnehmer Maxim zum Beispiel ist ein echter Scout des Internets. Er hat für uns gleich ein ganzes Studiums-Wiki eingerichtet: auf Basis von Socialtext. Darin stellt er uns das obige Video vor: "Wikis in Plain English" - danke Maxim!

c(^ö^)


Wiki einführen. Wie wir es sehen

Nach anfänglichem Zögern führen wir nun Wiki ein - intern zugänglich für die gesamte Telekom Austria Belegschaft. Gedacht als Ergänzung zu unserem Intranet. Welche Wiki-Software wir einsetzen möchten, ist noch nicht definiert - geliebäugelt wird mit einer angepassten Version von MediaWiki. Diese Wahl hätte u.a. auch den Vorteil, später durch Semantic MediaWiki erweitert werden zu können, um eine ausgefeilte, maschinenlesbare Suche zu ermöglichen.

Das anfängliche Zögern ist verständlich, denn schließlich geht mit der Einführung eines Wikis auch ein leichter Verlust von Kontrolle einher, der allerdings mehr als kompensiert wird durch das Freilegen von schlummernder kollektiver Intelligenz. Unser Wiki wird - im Gegensatz zu Wikipedia - nicht anonym sein, und daher wird es erfahrungsgemäß auch keinen Vandalismus oder Flaming geben.

Was wir bei der Einführung beachten wollen, ist:

  • Besonders in der Anfangsphase das Wiki mit viel Einsatz moderieren, bis kulturelle Normen und kollegiale Selbstkontrolle entwickelt sind
  • Besonders in der Anfangsphase durch definierte Akteure viel Input beisteuern, damit das Wiki eine gewisse "Schwungmasse" gewinnt
  • Vor der Implementierung sich über akzeptable Risken klar sein, wie z.B. eine anfänglich durchschnittliche Qualität der Beiträge, die erst allmählich gesteigert werden kann
  • diese Risken vorausahnen, versuchen, sie zu mindern, aber nicht völlig zu eliminieren (denn das hieße das Wiki knebeln, so dass niemand mehr unabhängig Beiträge selbst erstellen könnte)
  • durchgetextete Artikel einfordern, keine Attachment- oder Linkwüsten zuzulassen
  • einen demokratischen Prozess fördern, der entscheidet, welche Wiki-Funktionalitäten zum Einsatz kommen, damit die Nutzer sich in der Anwendung wohl fühlen und gestärkt, sich das Tool persönlich anzueignen
  • Bestehende vestreute, nicht gut auffindbare Informationsquellen ins Wiki zu migrieren, um eine primäre Plattform für unternehmensrelevantes Wissen "für alle" zu generieren.

Ist Ihnen Wikimatrix bekannt? Hier können Sie fast einhundert verschiedene Wikis in Bezug auf ihre Funktionen miteinander vergleichen. Einhundert, das ist eine ganze Menge, und doch fehlen wichtige Anbieter mit brauchbaren (kostenpflichtigen) Lösungen wie CustomerVision, GroveSite, MindTouch oder System One, ein österreichischer Anbieter. Es fehlen auch IBM, Microsoft, Sun und viele andere, die in ihre Suiten einige Wiki-Funktionalitäten integriert haben.

Übrigens hat das Marktforschungshaus Gartner "Social Software", wie z.B. eben Wiki, als eine von zehn Zukunftstechnologien definiert, die in den nächsten fünf Jahren gewaltige ("disruptive") Auswirkungen auf die IT-Welt und anderswo haben werden. Ich lass' mich überraschen ...

(*_>°)


Der Ochse. Ein Lehrstück zur Schwarmintelligenz

... hier lesen Sie Teil 2 des Beitrags "Motor des Web 2.0"


Es ist 1906, Westengland. Auf der alljährlichen Messe für Mastvieh und Geflügel (der West of England Fat Stock and Poultry Exhibition in der Nähe von Plymouth) steht ein massiger Ochse. Er wird diese Schau leider nicht überleben, denn auf ihn werden bereits Wetten gesetzt. Derjenige, der das Schlachtgewicht dieses Hornviehs - also nachdem es bereits ausgeweidet ist - am genauesten schätzt, der wird einen Preis gewinnen.

Für ein Sixpencestück können sich die Messebesucher eine nummerierte Karte kaufen, auf der Name und das Schätzgewicht einzutragen sind. Rund 800 Leute versuchen ihr Glück.

Ins Schwarze treffen
Es ist eine bunt zusammengewürfelte Melange an Menschen - darunter viele Fleischhauer und Bauern, die sicherlich Erfahrungen zu Viehgewichten gesammelt haben. Aber es beteiligen sich auch viele schaulustige Laien, die sich einen Gewinn erhoffen und über kein Insiderwissen verfügen - Büroangestellte usw.

 

Murnauer Ochse (Foto: Zuchtverband Weilheim)

 

 

Der damals 85-jährige Naturforscher Sir Francis Galton, der die Viehmesse besucht hatte, borgte sich nach der Auszählung und Preisverleihung von den Veranstaltern die Wettkarten. Um die Dummheit der breiten Masse statistisch zu belegen, von der er - Kind seiner Zeit - zutiefst überzeugt war, entschloss sich Galton zu folgendem spontanen Experiment. Er ermittelte von den genau 787 Schätzungen den Durchschnitt - also die Summe aller Gewichtsschätzungen geteilt durch die Anzahl der Spieler. Nun, Sir Galton war von dem Ergebnis, in britischem Understatement gesprochen, verblüfft!

Später berichtete er darüber in der Wissenschaftszeitschrift Nature. Das durchschnittliche geschätzte Gewicht - also die Meinungen einiger extrem kundiger Fachleute, etlicher mittelmäßiger und einem Haufen ungebildeter Individuen - ergab 1.197 britische Pfund. Das tatsächliche Schlachtgewicht betrug nur ein Pfund mehr: 1.198. Die beste Einzelschätzung lag davon weit entfernt. Die Masse hatte also fast ins Schwarze getroffen.

Vox Populi
Das war wohl die Geburtsstunde des wissenschaftlichen Nachweises von kollektiver Intelligenz. Galton nannte es Vox Populi, die Stimme des Volkes, und stellte das Phänomen analog zum Wahlrecht in demokratischen Gesellschaften.

Kollektive Intelligenz kommt heute zum Tragen in den Gebieten der Wirtschaft (siehe Aktienkurse), Forschung (siehe OpenSource Software), Gesellschaft, Politik, Verkehr, Familie und im Alltag - sei es wissentlich oder unwissentlich. Insbesondere natürlich bei Wikis, bei Blogs, bei Tagging, bei Folksonomien usw.

*

Im nächsten Blogeintrag, so in zwei drei Tagen, versuchen wir die Voraussetzungen zu beleuchten, unter denen kollektive Intelligenz entstehen kann.

(*!°)


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